Musik
Hörenswerte Platten, Februar-Ausgabe
Februar 2011. Kurz, kompakt und übersichtlich findet Ihr an dieser Stelle unsere Meinung zu den Veröffentlichungen, die wir in unserer Print-Ausgabe für den Februar 2011 untergebracht haben. Ob es nun elektronisch oder gitarrenlastig zugehen soll - wir haben da was für Euch dabei!
Ghost – Opus Eponymous
Plastic Head / Soulfood
Im Falle von unbekannten Bands bietet es sich in der Regel an, die jeweiligen Herrschaften kurz vorzustellen – Name, musikalische Vita und so weiter eben. Hier offenbart sich jedoch direkt der erste bemerkenswerte Punkt zum aus Schweden stammenden Gespann Ghost: Das Sextett tritt ausschließlich maskiert auf und über die Gestalten hinter den Masken ist absolut nichts bekannt.
So bleibt nur das Debütalbum „Opus Eponymous“, um sich einen Eindruck von der Band zu verschaffen. Wer auf die ähnlich obskuren The Devil’s Blood oder Mercyful Fate steht, sollte das übrigens dringend tun! Auf insgesamt neun Songs verbreiten Ghost ihre unverhohlen satanischen Botschaften und beweisen dabei, dass Musiker den Leibhaftigen keineswegs nur durch Gebolze an der Höchstgeschwindigkeitsgrenze preisen können. Stattdessen gibt es schweren, mystischen Rock mit klarem Gesang. Interessante Sache! (MG)
Paul van Dyk – Vonyc Sessions 2010
Vandit / Armada
Die „Vonyc Sessions” sind eine unter Freunden der elektronischen Musik beliebte Radiosendung, die auf eine mittlerweile sechsjährige Geschichte zurückblicken darf. Wöchentlich empfiehlt kein Geringerer als Paul van Dyk den Zuhörern auf der ganzen Welt, wovon sie ihr Bedürfnis nach einem kleinen Tänzchen im Club des Vertrauens untermalen lassen könnten.
Ob es sich nun um Techno, Elektro oder Dance handelt – im Laufe eines Jahres kommen da natürlich eine ganze Menge heiße Künstler und Geheimtipps zusammen. Einen halbwegs kompakten Überblick mit den absolut hörenswertesten Auserwählten gibt es seit Ende Januar zu erwerben! 36 Songs, verteilt auf zwei Silberlinge, versammeln die van dyk’schen Höhepunkte der letzten zwölf Monate und stellen eine sinnvolle Investition dar, wenn man gute Genre-Vertreter abseits des aktuellen Mainstreams eine Chance geben möchte. (MG)
Kvelertak – Kvelertak
Indie / Soulfood
Ja natürlich, das selbstbetitelte Debütalbum von Kvelertak ist bereits im letzten Jahr erschienen. Allerdings haben wir es direkt zur Veröffentlichung nicht in diesem Magazin vorgestellt, was schlicht nicht klargeht – schließlich ist „Kvelertak“ ein absolutes Meisterwerk und ein Reinlauschen dringende Pflicht für jeden, der etwas Liebe für energische Gitarrenmusik empfindet. Das norwegische Sextett klingt in etwa so, als würde man Turbonegro mit einer Black Metal-Band kreuzen und das Ergebnis daraus in unregelmäßigen Abständen auf Hardcore- und Punkkonzerte schicken.
Ein nicht einmal dreiminütiger Song wie etwa „Mjød“ enthält schmissige Riffs, einen Ohrwurm-Chorus und einen Knüppelpart, nur um schließlich in einer merkwürdigen, aber arschcoolen Variante von Stadium Rock zu enden. Nimmt man noch hinzu, dass alle Texte in der Landessprache gehalten sind, bekommt man hier elf unfassbar erfrischende Songs geboten! (MG)
Soundtrack – Tron: Legacy
EMI
Lange ist es her, dass Daft Punk-Fans etwas Neues vom kultisch verehrten, französischen Duo auf die Ohren bekommen haben – das letzte Studioalbum hat mittlerweile knapp sechs Jahre auf dem Buckel. Ein durchaus ansprechendes Lebenszeichen geben die beiden Herren allerdings mit dem Soundtrack zum 3D-Spektakel „Tron: Legacy“ von sich! Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo untermalen die futuristischen Szenen des Streifens, der seit Ende Januar endlich auch hierzulande im Kino läuft, denkbar atmosphärisch und teils ungewohnt düster.
Natürlich tummelt sich auf der 22 Tracks starken Soundtrack-CD auch der ein oder andere waschechte Hit, wie zum Beispiel die wohl bekanntesten Titel „Derezzed“ oder „End of Line“. Hier kommt auf jeden Fall zusammen, was zusammen gehört…oder zumindest verdammt gut passt! (MG)
(Redaktion)
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