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 15.08.2011  11:32 Uhr

Prüfstand
Von Traktorreifen und Triumphen: Das Update im Kletterpark am Johannisberg

Ostwestfalen. Montagmorgen, halb 9 auf dem Johannisberg in Bielefeld: Ein übermüdeter Redaktionsleiter, ein von Höhenangst geplagter Azubi und ein hungriger Verlagsleiter wollen hoch hinaus. Aus eigener Kraft. Wagemutig. Wind und Wetter trotzend. Nichts in der Gegend scheint dazu besser geeignet als ein Besuch im örtlichen Kletterpark. Gesagt, getan!

Für Einsteiger und Fortgeschrittene: Die Mastenanlage, Copyright:
Für Einsteiger und Fortgeschrittene: Die Mastenanlage

Der Kletterpark am Johannisberg ist in zwei Bereiche aufgeteilt, wenn man so möchte: Zum einen fordern fünf unterschiedlich anspruchsvolle Parcours im anliegenden Laubwald das Koordinationsvermögen heraus, während eine recht neue Mastenanlage auf Rindenmulch in der Regel die erste Station für Anfänger sein sollte - so auch in unserem Fall. Nachdem wir uns in das bereitgestellte Klettergeschirr gehüllt und eine kompakte Sicherheitseinweisung genossen haben, geht es ohne große Umschweife los.

Marc und Fabio lassen sich in die Kunst des gekonnten Kletterns einweisen, Copyright:
Marc und Fabio lassen sich in die Kunst des gekonnten Kletterns einweisen

Baby Steps
Oha...die ersten Schritte sind ganz schön einschüchternd. Wenn der Fuß zaghaft auf eine wackelnde, nur an ein paar Seilen befestigte Plattform gesetzt wird, schwant einem im Angesicht der noch anstehenden Herausforderungen schnell Böses. Runterfallen ist schließlich keine Option. Zwar ist man durch zwei sogenannte Cowtails gesichert und ein Sturz wäre deshalb ohne wirkliche Konsequenz, der sportliche Ehrgeiz verbietet das aber selbstverständlich trotzdem.
Angespornt von diesem Gedanken weicht die anfängliche Zurückhaltung schnell. Wir wagen uns über Autoreifen und klapprige Hängebrücken, halten auf einem zügigen herabfahrenden Board die Balance und beenden den Parcours schließlich mit einer Seilrutsche. So, aufgewärmt.

Christian in Aktion, Copyright:
Christian in Aktion

Ab in den Wald!
Neben generell etwas anspruchsvolleren Stationen fällt sofort die komplett unterschiedliche Atmosphäre auf: Nebenan ist schließlich alles von Menschenhand erschaffen, gerade, fest verankert und im direkten Vergleich beinahe steril. Hier allerdings wiegen sich die Bäume im Wind und alle Parcours fügen sich nahezu natürlich in das Laubwald-Panorama ein.
Profis oder Leute, die sich für eben solche halten, dürfen sich in luftigen Höhen an den forderndsten Stationen des gesamten Areals versuchen. Doch auch eine Etage tiefer ist Konzentration gefragt! Wir schwingen uns ganz à la Tarzan von einem Traktorreifen zum nächsten, überqueren lediglich noch aus kurzen Holzpflöcken bestehende Brücken oder meistern (zu unserer eigenen Überraschung) ganz im Stil eines Zirkusartisten den schwindelerregenden Drahtseilakt.

Fabio beim Drahtseilakt, Copyright:
Fabio beim Drahtseilakt

Fazit bitte!
Ich persönlich konnte mir im Vorfeld nicht vorstellen, dass völlig abgesichertes Klettern an vorgefertigten Stationen allzu viel Nervenkitzel bescheren könnte. Nun, diese Annahme wird hiermit in die Mappe der größten Irrtümer geheftet. Die Herausforderung in Sachen Körperbeherrschung und Balance ist keineswegs zu unterschätzen – gleiches gilt jedoch auch für den Spaß und die Befriedigung, die man bei einer gemeisterten Station verspürt. Wir waren sicher nicht das letzte Mal zu Gast!


 

(MG)

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