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Alexander Marcus: „Ich überlege nie viel beim Schreiben meiner Lieder“

Ein Anzug für die Ewigkeit, Copyright:
Ein Anzug für die Ewigkeit
Hi Alexander! Wie geht es dir in diesen sicherlich etwas stressigeren Tagen?
Oh danke, sehr gut. Ich glaube, 2012 wird ein gutes Jahr für die Electrolore werden und ich freue mich tierisch auf das, was alles so passieren wird demnächst.

Du hast Anfang Januar „Glanz & Gloria“, dein mittlerweile drittes Album, veröffentlicht. Die Besonderheit im Vergleich zu deinen ersten beiden Platten ist, dass es gleichzeitig auch als Soundtrack zu deinem gleichnamigen Film fungiert. Sind die Songs also allesamt mit diesem Projekt im Hinterkopf entstanden?
Eigentlich schon, zumindest die Texte. Daher wird man auch das Album erst komplett begreifen können, wenn man den Film kennt. Aber ich wollte meine Fans nicht mehr länger warten lassen und habe das Ding daher schon vorher rausgebracht. Eine Ausnahme gibt es, den Song „Mongolei“. Der hat eigentlich mit dem Film nicht viel zu tun, er erklingt nur im Abspann.

Wie entsteht das typische Alexander Marcus-Stück in der Regel eigentlich? Gibt es eine bestimmte Atmosphäre, in der du besonders kreativ sein kannst?
Das ist ganz unterschiedlich. Bei „Papaya“ war der ganze Refrain sofort in meinem Kopf, bei anderen Titeln wie „Disco La Cola“ existierte erst mal nur die Melodie. Bei „1,2,3“ war es anfangs nur der Beat. Was ich gelernt habe, ist, dass sich gute Songs oft ganz organisch selbst entwickeln und man sich gar nicht anstrengen muss. Je mehr Zwang, Anstrengung und Mühe, desto eher wird der Song nicht gut und fliegt in die Mülltonne.

Zuviel Nachdenken macht seine Songs kaputt: Alexander Marcus, Copyright:
Zuviel Nachdenken macht seine Songs kaputt: Alexander Marcus
Ich finde, dass deine Texte auf „Glanz & Gloria“ oftmals ein gutes Stück weit von üblichen Schlager-Lyrics entfernt sind. „Und es geht voran“ etwa fällt durch einen ziemlich martialischen Text auf, während „Pitschi Pitschi Popo“ scheinbar von einer Art Wunderheiler handelt und damit überlegter wirkt als etwas wie zum Beispiel der „Hawaii Toast“. Woraus schöpfst du beim Schreiben Inspiration?
Das scheint vielleicht so, aber ich überlege nie viel beim Schreiben meiner Lieder. Ich lasse es einfach kommen, wie gesagt. Aber auch ich entwickele mich weiter, werde älter und sammele Erfahrungen, die ich vielleicht vor fünf Jahren nicht hatte. Man wird in der Tat immer mit den vorherigen Werken verglichen. Als wir den „Hawaii Toast Song“ rausbrachten, haben viele rumgemurrt, das sei jetzt ja gar nicht mehr wie früher zu „Papaya“-Zeiten - jetzt gelten „Homo Dance“ und „Hawaii Toast“ plötzlich als Referenz für meinen Stil.

„Geben“ hingegen scheint deine Zuwendung zum Glauben zu thematisieren. Kannst du erläutern, wann diese stattgefunden und was dich dazu bewogen hat?
Naja, das hat etwas mit der Handlung des Films zu tun, die ich jetzt nicht näher erläutern will. Habt noch ein wenig Geduld!

Sowohl in den Medien als auch unter Musikhörern bist du eine sehr polarisierende Persönlichkeit. Damit einhergehend findet man speziell im Internet auch eine Menge negativer Meinungen zu deinem Schaffen. Brauchtest du lange, um mit vernichtenden Kommentaren und Kritiken umgehen zu können?
Am Anfang war es schon ungewohnt, so viel Hass und Respektlosigkeit zu erleben. Aber auf der anderen Seite gab es dafür auch so viel Liebe und Zuneigung und Liebe ist ja bekanntlich stärker als Hass. So konnte ich es ertragen. Durch die Unterstützung meiner Fans.

Trotz Berufskrankheit: Der Electrolore-King beim Musikhören, Copyright:
Trotz Berufskrankheit: Der Electrolore-King beim Musikhören
Womit entspannst du dich von den Strapazen deines Alltags?
Ich mache gar nichts, liege einfach rum und schaue Filme. Ich liebe diese ganzen Serien; „24“, „Lost“ und so weiter und natürlich „Family Guy“ und „South Park“. Musik höre ich kaum zuhause, das ist wie so eine Berufskrankheit: Köche, die den ganzen Tag in der Küche stehen, beschäftigen sich in ihrer Freizeit auch selten mit Rezepten und wollen mal an was anderes denken.

Deinen kommenden Streifen, „Glanz & Gloria“, haben wir schon kurz angesprochen. Es handelt sich dabei im weitesten Sinne um einen Spielfilm mit zahlreichen Musikeinlagen, richtig? Kannst du nicht doch schon etwas zur Handlung verraten?
Es geht um Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg eines Sängers, Alexander Marcus. Und es geht um Liebe, Drogen, Verrat, Intrigen, Größenwahn – alles was ein Film braucht. Und Action, viel Action! Und natürlich Musik.

Wie kamst du als Schauspieler vor der Kamera zurecht? In deinen Musikvideos gibt es zwar gelegentlich auch Handlungssequenzen; ich stelle mir allerdings vor, dass ein Projekt dieser Größenordnung noch einmal deutlich fordernder für dich gewesen sein dürfte.
Das stimmt. Das anstrengendste war, oft den ganzen Tag lang am Set rumzuhängen für eine am Ende zwanzigsekündige Szene. Das kannte ich aber schon von den letzten Videos, die wir gedreht hatten. Schon für das „Hawaii Toast“-Video haben wir elf Stunden gebraucht. Schauspielerisch war ich ganz zufrieden mit mir. Bis auf zwei, drei Szenen vielleicht, die ich im Nachhinein anders gemacht hätte. Aber nun ist es zu spät und der Film ist trotzdem eine Granate.

Das aktuelle Album 'Glanz & Gloria', Copyright:
Das aktuelle Album "Glanz& Gloria"
Wann darf man eigentlich mit einer Veröffentlichung rechnen? Wird der Film tatsächlich auch in den großen Kino-Ketten des Landes zu sehen sein?
Ich rechne mit dem Filmstart im April. Drückt mir die Daumen, dass es klappt. Wie und wo genau er läuft wird in den nächsten Wochen entschieden.

Als wären Album und Film nicht genug Arbeit, steht auch eine Tour auf deinem Terminkalender für 2012. Gibt es Showelemente, in die du schon einen kleinen Einblick gewähren kannst?
Es wird ein Spektakel der Superlative mit all meinen bekannten Hits und Songs vom neuen Album. Alle Sorgen und Probleme werden durch den Besuch dieser Show verschwinden. Electrolore bedeutet Party bis zum Exzess. Wer bei den letzten Shows im Dezember dabei war, wird es bestätigen.

Dein Konzert im Stereo (Fr., 08.06.) wird keinesfalls dein erstes Gastspiel bei uns in Bielefeld sein. Hast du teilenswerte Erinnerungen an einen deiner bisherigen Besuche?
Ich war zweimal im Elephant Club zu Gast und das war beide Male eine Riesengaudi. Aber das waren lediglich 30-minütige Auftritte inmitten des regulären Club-Programms. Im Stereo gebe ich ein Live-Konzert über 90 Minuten, mit jeder Menge Effekten und Show – das wird um einiges größer und besser. Ich freue mich mega, mal wieder bei euch zu sein.


 

 
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